Bürgerverein Schönefeld e.V.
gegr. 1991

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Historischer Überblick

Heute ein unscheinbarer, kleiner Fluss, bestimmte die Parthe über Jahrhunderte hinweg die Geschichte des 1270 erstmals unter dem Namen "Schonenuelt" erwähnten Dorfes Schönefeld. Damals führte die Parthe oft größere Wassermengen mit sich, die wegen des geringen Gefälles nur schwer abfließen konnten. Idyllische Auenwiesen wurden zu übelriechenden, ungangbaren Sümpfen, die dem slawischen Ursprung des Namens der "Parthe" (parda), was soviel bedeutende wie "die Stinkende". Um die Kirche herum, welche an der höchsten Erhebung am Partheufer errichtet wurde, entstand die erste, vom Hochwasser nicht zu erreichende Siedlung. 

An der einzigen Furt über die Parthe, die an der jetzigen Volbedingstraße lag, wurde eine Wassermühle errichtet. In der Parthe mündete ein Wassergraben, der das Regenwasser des östlichen Feldflures aufnahm, der von der heutigen Bautzner Straße in Richtung der Ossietzystraße durch die Robert-Blum Straße verlief. An dem Wasserlauf war ein Dorfanger hinter Bäumen und Büschen versteckt, an dessen Rande einige Bauerngüter standen. Später wurde Schönefeld gen Osten erweitert. Das Dorf war zwar klein, aber die dazugehörigen Felder aber beinahe gewaltig. Sie reichten südwestlich, also Richtung Leipzig, bis zur ehemaligen Rietzschke-Aue. Der Bach floss bis Ende des 19. Jahrhunderts im Gebiet der heutigen Wurzner- und Kohlgartenstraße, am Rabet und dem unteren Teil der Hermann-Liebmann-Straße, wurde schließlich jedoch wie einstweilen die Pleiße eingerohrt. Östlich stellte die heutige Torgauer Straße, westlich die Parthe, nördlich Abtnaundorf die Grenze der Felder dar. Die heutigen Stadtteile Neustadt, Neuschönefeld und Volkmarsdorf gehörten als südliche Peripherie zum Schönefelder Gutsbesitz.


Anmerkung:

Copyright-Informationen: Text und Bildinformationen aus "Festschrift zu "725 Jahre Schönefeld 1270-1995", aus dem "Stadtteilportrait", der Broschüre "Schönefeld, eine historische und städtebauliche Studie" von Pro Leipzig e.V. und Album der Rittergüter des Königreichs Sachsen von F.Heise sowie weiteren Quellen. Alle Text und Bildinformationen unterliegen dem Copyright des jeweiligen Rechtebesitzer. Die Luftbilder sind Copyright by Microsoft Virtual Earth.


Alte Karte von 1809 (Zum Vergößern bitte anklicken!)
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In alten Kaufverträgen lassen Bezeichnungen wie "auf der sogenannten Burgk" Vermutungen zu, daß dort in grauen Vorzeiten eine Burg gestanden hat. Die Bezeichnung "Zur Burg" einer ehemaligen an der Ecke Schmidt-Rühl-Straße existierenden Gaststätte deutete auf den ehemaligen Standort. Es wird wohl eher eine Wallanlage gewesen sein. War die Parthe bestimmend für die Entstehung des Ortes, so verhinderte sie andererseits über längere Zeit eine verkehrsmäßige Erschließung. Da nur ein Parthenübergang vorhanden war, verliefen die wichtigen Handelsstraßen nach Düben und Torgau trotz Umwegen weit an Schönefeld vorbei.

Dies betraf später auch die Linienführung der damals bedeutenden Eisenbahnlinie nach Taucha und Eilenburg. Dieser Umstand führte dazu, daß der Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchönefelder Bahnhof (Bitte anklicken)
2 km vom Ort entfernt angelegt wurde und für das Dorf eigentlich nie größere Bedeutung erlangte. Die geschilderte negative Verkehrslage war auch die Ursache für die Entwicklung Schönefelds zum fast reinen Wohnvorort ohne größere industrielle Ansiedlung. Aus diesem Grunde blieb das Dorf bis ins späte 19. Jahrhundert ein von der Landwirtschaft geprägter Ort ohne größere Betriebe. Erst dann entstanden einige industrielle Unternehmen wie die Ploßche Stearinfabrik, die Wachstuchfabrik von Dimpfel, ein Teerprodukte herstellender Betrieb, eine kleine Ziegelei, die Konservenfabrik (heutige Waldbaur-Passage), die "Wäsch- und Plätanstalt" (am Anfang der Gorkistraße - bei der viele Leipziger ihre Wäsche waschen ließen) und die bekannte Druckfarbenfirma "Berger und Wirth" in der Waldbaurstraße.


Kurzer geschichtlicher Abriss von der Ersterwähnung 1270 bis zur Eingemeindung 1915

In welchem Jahre Schönefeld exakt gegründet wurde, kann mit absoluter Gewissheit keiner mehr sagen. Die Unterlagen dazu gingen mitsamt des damaligen Ortsarchivs in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verloren, andere Unterlagen wie die Kirchenbücher verbrannten bei der Völkerschlacht. Jedoch fand man auf dem Galgenberg (nördlich der Bautzener Straße) sowie im Bereich des Mariannenparkes mehrere Bruchstücke aus der jüngeren Bronzezeit, die auf eine damalige Siedlungsstelle hinweisen. Ebenso fand man beim Anlegen des Schönefelder Volksparkes (dem heutigen Mariannenpark) eine ca. 75 mal 60 cm große Urne und mehrere prähistorische Brandstellen, was ebenfalls auf eine frühe Besiedlung hinweist. Im 10.Jahrhundert besiedelten im Zuge der Ostexpansion vermutlich flämische Kolonialisten den Raum um die Parthe. Entsprechend dem "Album der Rittergüter und Schlösser im Königreich... von F. Heise" - siehe auch Grafik - soll bereits im 11.Jahrhundert eine Burg hier gestanden haben und das Dorf zum damaligen Zeitpunkt: "Schoninelf geheißen haben". Nach 1136 entstand wohl ein Gassendorf am Talrand der Parthe. Es erstreckt sich über den westlichen Teil der heutigen Ossietzky-, Robert-Blum- und Zeumerstrasse bis zur heutigen Leostraße. In einer Erwähnung zur Geschichte Theklas wird 1245 auch über das Dorf Abtnauendorf als Anhängsel zu einem Rittergut berichtet. Der damalige Name lautete "Wognaundorf bey Schenefeld". Ein beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig vorliegendes Schreiben trägt über die erste direkte, urkundliche Erwähnung von Schönefeld das Datum 17. März 1270. Dort wird als erster Besitzer des markgräflichen Dorfes Schonenuelt "Hoier von Vrideberc" (Hoyer von Friedeberg) genannt. In diesem Schreiben wird auch die Wassermühle erwähnt, so daß Schönefeld selbst schon länger bestanden haben muss. Hoyer von Friedeberg baute vermutlich östlich der Ossietzkystrasse 24 eine Wallanlage, es entstehen Kirche und Gemeindebauten am Anger. Am 16. November 1404 belehnte Georg Albrecht von Colditz den Ratsmann Thümmel mit dem Dorfe Schönefeld, welches dann über 3 1/2 Jahrhunderte im Besitze der Familie blieb. Durch die Schlesischen Kriege (ca. 1750) kamen die Thümmels in Geldnöte und verkauften das Dorf an eine Familie Zeumer. Anschließend wechselte Schönefeld innerhalb von 40 Jahren sechsmal den Besitzer: Dr. J. Chr. Schmidt, Dr. J. Fr. Schmidt, Prof. Wenck, J. B. Zschackwitz, C. W. von Einsiedel und J. U. Schneider. Nach Schneiders Tod 1815 wurde Marianne Schneider Alleinerbin seines Vermögens. 1849 ging Schönefeld dann in den Besitz deren Tochter Hedwig Schneider über. Durch Heirat wurde Sie dann später Baroneß Clara Hedwig von Eberstein. Im Jahre 1900 starb sie als letzte Alleinbesitzerin des Ortes.


Foto Eberstein Foto Pyramide
Baronesse Clara Hedwig von Eberstein
* 2.11.1817 in Schönefeld
10.10.1900 in Schönefeld
Die Grabstätte der Familie von Eberstein befindet sich hinter der Gedächtniskirche.

Die Grabpyramide wurde 2008 geöffnet um sie zu sanieren, mehr zur Grabpyramide finden Sie Hier. Bilder von einer Führung 2009 finden sie Hier.


Da wie schon beschrieben, das Ortsarchiv im Dreißigjährigen Krieg verloren ging und auch die Völkerschlacht wohl einiges vernichtet hat, kann man sich nur der Literatur bedienen, die es danach gab. Hierzu gibt es im oben genannten "Album der Rittergüter.." eine kleine und wichtige Abweichung. Demnach soll im sechszehnten Jahrhundert das Gut einem Dr. Geoerg Crakau gehört haben, welcher auch mit Schönfeld bei Dresden beliehen war und der am 18.März 1575 in Schönefeld begraben wurde. Seine fünf Kinder verkauften 1585 Schönefeld an den Kammermeister Schilling, von welchem es das Geschlecht derer von Thümmel vermacht wurde, bei welchem es über 200 Jahre blieb. Von der Familie von Thümmel kam es an einen Herrn Schneider.

Mehrmals war Schönefeld auch tragischer Mittelpunkt und Opfer militärischen Ereignisse: In der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts drangen die Hussiten aus Böhmen bis in unsere Gegend vor. Ein Dörfchen namens Lausigk lag in der Nähe des heutigen Stannebeinplatzes, es wird von ihnen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Während des Schmalkaldischen Krieg 1547 hausten die Truppen von Kurfürst "Johann Friedrich der Großmütige" in Schönefeld und zerstörten die Wassermühle und brannten viele Häuser im Dorf ab. Im Dreißigjährigen Krieg ließ sich Wallenstein mit seinen Truppen in Schönefeld nieder, um sich am 30. Oktober 1632 die Stadt Leipzig kampflos übergeben zu lassen. Dabei mussten die Einwohner des Dorfes das Dorf zweimal völlig räumen und finden bei Ihrer Rückkehr nur noch verrauchte Trümmer wieder. Während des II. Schlesischen Krieges plünderten die Preussen 1745 und 1756 in Schönefeld. Napoleon hielt einige Tage vor der Völkerschlacht eine Lagebesprechung zur Vorbereitung der Völkerschlacht im Schönefelder Herrenhaus ab. Die eigentliche Zerstörung Schönefelds in der Völkerschlacht soll am Nachmittag bis Abend des 18.Oktobers 1813 gewesen sein. Die Franzosen nutzen die Gebäude des Dorfes und so wogte dreimal dabei die Front über das alte Dorf und erst beim vierten Anlauf waren Napoleons Truppen unter Marschall Ney geschlagen und vom alten Dorf leider fast nichts mehr übrig (Kirche, Schloss, Wind- und Wassermühle sowie über 40 Häuser wurden zerstört.).


Der Name "Schönefeld" kommt übrigens nicht vom "schönen Feld". Wegen der Parthe war es mehr ein Torf- und Sumpfgebiet. Eher ist davon auszugehen, dass durch die Ansiedlung rund um die Burg im 11.Jahrhundert und dessen Besitzer "Graf von Schoninfelt", der Name für das Dorf entstand. Somit dürfte das Dorf "Schönefeld" eigentlich rund um die 900 Jahre alt sein. Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur geringfügig geändert:

1270:   Schonenuelt
1295:   Sconewelt
1307:   Schoninvelt
1335:   Schenwelt
1432:   Schonefeldt
1556:   Schenfelt
1580:   Schonefeld
1632:   Schönefeld
1791:   Schfeld

Die Entwicklung Schönefelds vom Dorf zum Wohnvorort kann aus der aufgeschriebenen Entwicklung der Einwohnerzahlen deutlich abgelesen werden:

1551:   44 Personen (29 besessene Männer)
1764:   12 Häuser, 35 Hufen je 18 Acker, 23 bessene Männer
1801:   634 Personen
1834:   889 Personen (in 78 bewohnten Gebäuden)
1847:   1359 Personen (in 96 bewohnten Gebäuden)
1860:   1506 Personen (in 102 bewohnten Gebäuden und 350 Haushalten)
1871:   3054 Personen (davon 1538 weibliche und 1516 männliche)
1880:   3625 Personen (auf 153 bewohnten Grundstücken und 793 Haushalten)
1890:   4333 Personen
1900:   11520 Personen
1910:   14879 Personen
1913:   20445 Personen (bei 4969 Wohnungen, wovon nur 23! leer stehen)
1933:   24726 Personen
1989:   ca. 27000 Personen (einschl. Abtnauendorf und Schönefeld-Ost)
2005:   ca. 19300 Personen (einschl. Abtnauendorf und Schönefeld-Ost)
    im alten Ortskern ca. 9.000 Personen

Durch den Bau der Eisenbahnlinie Leipzig - Eilenburg mitten durch die Felder des Gutsbesitzes, lohnte sich die Bewirtschaftung der Felder unterhalb des heutigen Eisenbahnverlaufes für die Bauern nicht mehr. Und so wurde die Felder an interessierte Bauherren verkauft, da sehr viel WOhnraum für die Arbeiter Leipzigs benötigt wurden. Es handelt sich um den Bereich zwischen heutiger Eisenbahnstraße und Dresdner Straße / Wurzener Straße. Die neu gegründete Gemeinde nannte sich erst "Colonie Eberstein" und später "Neu-Schönefeld". Später wurden auch die Felder oberhalb der heutigen Eisenbahnstraße verkauft und die Gemeinde Neustadt wurde gegründet. Siehe Karte von 1879.

Durch die ständig wachsende Zahl von Personen wurde es auch notwendig den Einwohnern und Ihren Gästen etwas zu bieten. So entstand bereits 1888 ein Freibad an der Parthe. 1929 wird - aus hygienischen Gründen - daneben ein modernes Freibad mit Betonwanne und Sprungturm errichtet, dem heutigen "Schönefelder Sommerbad". Noch heute kann man jedoch Reste des alten Freibades an der Parthe sehen. Auch entstand damals um 1892 das "Bad Rohrteich" am Mariannenpark.

Durch die fehlende Industrialisierung standen große Teile der Schönefelder Flur für die Schaffung von Wohnraum zur Verfügung. So entstanden besonders im Bereich Dimpfelstraße noch vor der Jahrhundertwende erste viergeschossige Wohnhäuser. Später wurde die Taubestraße und die jetzige Gorkistraße bis zum Stannebeinplatz bebaut. Auf dem Gelände östlich der Gorkistraße zwischen Kohlweg und Waldbaurstraße wurden ab 1905 vom Vorläufer der jetzigen Baugenossenschaft mehrere Häuserblocks mit über 1680 Wohnungen geschaffen (heute "Schönefelder Höfe"). Die obige Karte zeigt die ersten Wohnhäuser rund um die Dimpfelstraße und die Leipziger Straße (Gorkistraße), sowie die alten Bezeichnungen der Straßen, etwa 1900. Siehe dazu Foto unten - Häuser am Kohlweg.

1904 begannen die Vorbereitungsarbeiten an einem der damaligen größten Gebäude in Schönefeld - dem Rathaus. Im Juni 1905 erfolgte die Grundsteinlegung und im April 1906 feierte man die Eröffnung. Der Bau kostete damals ca. 380000 Reichsmark. Nach dem 1. Weltkrieg entstand zwischen Lindenallee, Paul-Heyse-Straße, Heink- und Klara-Wieck-Straße ein größeres Wohngebiet. Diese Aufteilung einzelner Bereiche je nach Bebauung findet man immer noch in den einzelnen Straßenzügen vor. Während man rund um die Dimpfelstraße Wohnhaus an Wohnhaus im typischen Leipziger Stil - wie z.B. auch in Lindenau, Leutzsch vorhanden findet; so ist der Bereich rund um die Ossietzkystraße aufgelockerter und großzügerer bebaut. Dort findet man auch die Kirche, das Rathaus, die alte Wassermühle und viele grüne Flächen dazwischen. Auch Reste der alten Auenwiesen findet man noch vorallen rund um das Schloß. In den Waldgebieten hinter dem Schloß, hinter der ehemaligen Wassermühle (Volbedingstr.) und hinter dem Sommerbad hat sich die Natur wieder ihre alten Bereiche zurück erobert.


Zwischen Eingemeindung und Wende

Seit Ende des 19.Jahrhundert wurde Leipzig durch die Eingemeindung der umliegenden Dörfer immer größer. Da es wohl ziemlichen Streit und um viel Entschädigung für Schönefeld ging - schließlich hatte man erst 1904/5 ein eigenes Rathaus gebaut - kam es erst am 15.Februar 1915 zur Eingemeindung von Schönefeld nach Leipzig.

Da Leipzig viel Wohnraum für seine Bürger benötigte, ging es danach sehr schnell vorwärts mit dem Wohnungsbau in Schönefeld. Von 1924 bis 1931 entstanden die Wohnhäuser an der heutigen Schönefelder Allee, an der Paul-Heynk-Straße, den Heink-, Stöckel- und Klara-Wieck-Straße. Der Wasserturm musste 1926 aufgestockt werden um das notwendige Trinkwasser zu liefern. Ab 1929 entstand das heutige Schönefelder Sommerbad an der Parthe und der Mariannenpark wurde fertig gestellt. Die Wassermühle stellt 1928 Ihren Betrieb nach über 600 Jahren ein und 1936 entstand die Eigenheimsiedlung hinter dem Friedhof.

Auch der Wohnungsmangel zu DDR-Zeiten führte zu einem neuen Bauboom in Schönefeld. Ab 1955 werden rund um die Bautzner- und Berthold-Brecht-Straße Wohnhäuser gebaut. Ab 1960 entstanden die Plattenbauten an der Löbauer Straße und zwischen 1974-76 entstand das Neubaugebiet Schönefeld-Ost mit über 4000 Wohnungen und dem wohl größten Gebäude in Schönefeld, dem ehemaligen Studentenwohnheim in der Volksgartenstraße (heute Jugendherberge und Eigentumswohnungen).

Im Industriebereich Bautzner Straße entstanden - teilweise aus den bereits bestehenden Industrieanlagen vor dem 2.Weltkrieg - viele namhafte DDR-Betrieb: VEB Förderanlagen, VEB Geophysik und VEB Chemieanlagenbau. Der Mariannenpark wurde weiter auf sozialistischer Weise ausgebaut und erhielt einen Ehrenhain mit einer Ernst-Thälmann-Büste, eine massive Tribüne auf der heutigen Hundewiese sowie ein Volkssportzentrum. Das alte Gesellschaftshaus in der Ossietzkystraße und der "Sächsische Hof" in der Löbauer Straße wurden in Kulturzentren umgebaut.


Schönefeld - Heute

Schönefeld ist eine Insel - mitten in Leipzig. Andere Stadtteile gehen fast nahtlos ineinander über und nur ausgewiesene Verwaltungsprofis kennen überhaupt Anfang und Ende. Schönefelds Umgrenzungen dagegen sind klar und fast überall sind sie grün, fast ein Drittel aller Flächen sind Auenwiesen, Waldreste, Park, Reste ehemaliger Landwirtschaft und 2000 Kleingärten. Und der Musiktitel "Über sieben Brücken musst Du gehen", stimmt wirklich. Man kann Schönefeld nur über Brücken aus allen Richtungen erreichen, denn sieben Brücken sind die Zufahrt zu Schönefeld!

Schickt man Fremde aus den vier Himmelsrichtungen jeweils ein paar Schritte in den Stadtteil hinein und befragt sie dann nach Ihren Eindrücken, wird jeder von ihnen scheinbar aus einer völlig anderen Welt zurückgekehrt sein:

Der Besucher aus dem Norden wird meinen, Schönefeld sei eine grüne Villengegend mit einem kleinem Flüsschen, Pferden und uralten Kastanien. Der Gast aus dem Osten wird den Kopf schütteln und behaupten, Schönefeld sei doch eines dieser DDR-Plattenbaugebiete. Jede Menge WBS-70-Platten und dazu einige Punkthochhäuser. Der von Süden Einreisende wird heftig widersprechend vorallen von dichten Gründerzeithäusern berichten. Der etwa vom Westen Kommende schließlich wird sie alle belächeln. Schönefeld wird er sagen, ist doch im Grunde wie ein kleines Dorf. Ein Dorf mitten in Leipzig - mit echtem Schloss, imposanten Rathaus und schöner Kirche. Ja was denn nun? Villengegend? Plattenbaugebiet? Gründerzeitviertel? Dorf? Nun, Schönefeld ist jedes einzelne davon und jedoch alles zusammen. Schönefeld ist ein Stadtteil mit erstaunlicher Vielfalt.

Diese Vielfalt kommt jedoch erst seit der Wende 1989 wieder richtig zur Geltung. Denn seit dieser Zeit wurde von privaten Leuten, der Stadt Leipzig und von Firmen viel investiert. So entstanden neue Straßen (die "Adenauer-Allee" als Schnellumfahrung von Schönefeld), sehr viele Straßen wurden saniert oder umgebaut (Ossietzkystraße), sehr viele Wohnhäuser sind saniert, das Gewerbegebiet Nord-Ost wurde gebaut und hat viele Firmen angelockt. Dank der vielen privaten Initiativen der Hauseigentümer wurden sehr, sehr viele Wohnhäuser gerettet und strahlen nun in ihrem alten Glanz wieder. In der Gorkistraße - der Verbindungsstraße zur Innenstadt - finden Sie heute nur ab und zu ein leeres Geschäft. Und so gibt es noch viel mehr zu berichten, am Besten gehen Sie mit offenen Augen durch Schönefeld und sehen Sie die Veränderungen. Selbst das fast marode Schloß Schönefeld samt Park wurde aufwendig saniert. Dabei hat sich - Dank der Bewerbung Leipzigs für die Olympiade 2012 und der Fußball-WM 2006 - auch in den letzten Jahren in Schönefeld viel getan. So wurden zahlreiche nicht erhaltungsfähige Wohnhäuser und Plattenbau-Hochhäuser abgerissen um diese Schandflecke zu beseitigen. Manchen hat dies auch weh getan, aber wenn zu DDR-Zeiten an den Wohnhäusern nichts getan wurde, hilft manchmal nur ein Abriß. So jedoch ist Platz für mehr grüne Flächen oder neue Häuser.

Schreiber- und die Schmidt-Rühl-Strasse
Schreiber- und die Schmidt-Rühl-Strasse
neusaniertes Haus in der Gorkistrasse
neusaniertes Haus in der Gorkistrasse

Die Häuser in der "Schmidt-Rühl-Straße" stehen nicht mehr! Daneben ein Topsaniertes Haus in der "Gorkistraße".


Statistisch gesehen hat Schönefeld (Daten 1998) eine Flächengröße von ca. 6,3 Quadratkilometer. 1998 lebten 22.495 Einwohner in Schönefeld, davon 10.621 männliche Einwohner und 11.874 weibliche Einwohner. Dies entspricht einen Einwohnerdichte von 3.571 Einwohner pro Quadratkilometer (wobei Leipzig insgesamt 2.889 Einwohner pro Quadratkilometer hat).

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